Vista brachte Zulauf - "Am Ende ist Windows 7 auch nur wieder Windows"
Kommenden Donnerstag wird Microsoft den offiziellen Start seines neuen Betriebssystems Windows 7 zelebrieren. Die Erwartungshaltung im Unternehmen, auch wenn stets auf die immer noch vorhandene Wirtschaftsflaute hingewiesen wird, ist sehr hoch. Windows 7 muss Windows Vista vergessen machen. Die Frage aller Fragen lautet in diesem Zusammenhang aber auch: Wie wird der Mitbewerb reagieren? Werden die KonsumentInnen, die Microsoft dank Vista an Apple und Linux verloren hat, wieder zurückkehren?
In den USA sind derzeit die IT-AnalystInnen wieder einmal vielbeschäftigt. Diesmal geht es um die Frage, ob Microsofts Windows 7 Apples Wachstumsphase wieder bremsen kann oder nicht. Apple hatte vom Vista-Debakel sehr profitiert, so die AnalystInnen - ebenso auch Linux im Bereich der Netbooks - nun stellt sich die Frage, ob sich der Aufwärtstrend wieder bremst oder ob Microsoft seine verlorenen UserInnen wieder gewinnen kann.
Windows 7 wird Apple nicht tangieren
Aus Sicht vieler US-AnalystInnen wird Windows 7 keinerlei Einfluss auf das Apple-Universum haben. Die etablierten Mac-UserInnen interessieren sich ohnehin nicht dafür, meint etwa Reuters. Allerdings, so eine ebenfalls vorherrschende Meinung, Windows 7 wird das Wachstum von Apple verlangsamen. Vor allem die Preisstruktur Apples käme so unter Druck. Apple hat seine Chance genutzt und die Probleme von Vista in eigenes Wachstum ummünzen können. Sollte Microsoft mit Windows 7 allerdings wieder zu alter Stärke finden - auch was das Marketing betrifft, dann kann sich Apple nicht mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen und auf weitere Tolpatschigkeiten aus Redmond bauen.
"KundInnen sind die Kopfschmerzen leid"
Apples Erwartungen hat ein Sprecher des Unternehmens folgendermaßen ausgedrückt: "Neue Mac-AnwenderInnen sagen uns seit Jahren kontinuierlich, dass sie es leid sind sich mit den Kopfschmerzen, die Windows ihnen bereitet weiter auseinandersetzen zu wollen. Und das sie nun die einfache Bedienung, die Stabilität und die Sicherheit eines Macs wollen. Am Ende bleibt Windows 7 immer noch Windows"
Apple ist einzigartig
"Die Geschichte von Apple ist sehr eigenwillig, sehr Unternehmensspezifisch und hängt eigentlich kaum von anderen Faktoren ab", so Broadpoint Amtech-Analyst Brian Marshall gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Aus Sicht von Marshall wird Apple seine Marktanteile in den kommenden 5 bis zehn Jahren kontinuierlich ausbauen und verdoppeln können - egal was Microsoft tun wird. Enderle Group-Analyst Rob Enderle ortet eine mögliche Verlangsamung der Mac-Verkäufe im Zuge des Windows 7-Launches: "Windows 7, mit all seinen Marketing-Dollars wird viele KonsumentInnen in die Geschäfte locken. Doch könnte dieser zusätzliche Zustrom auch positive Auswirkungen auf Apple haben." "Allerdings", so Enderle weiter, "Windows 7 ist gut. Es hat nicht die Vista-Probleme, also wird es schwerer werden Marktanteile zu generieren."
Das Stück vom Kuchen
Auch wenn Apple nicht unter den Top Fünf Computerherstellern weltweit rangiert - in den USA hat man Platz Vier erobert - so zeigt sich doch deutlich, dass Apple stetig seine Marktanteile erweitert hat. Vor drei Jahren hatte Apple einen Marktanteil von 4,6 Prozent - heute sind es 8,7 Prozent. In den USA hat Apple im vergangenen Quartal 2,6 Millionen Macs abgesetzt. Windows 7 folgt zudem Apples neuestem Betriebssystem "Snow Leopard", das im August startete, nach. "Snow Leopard" als Update zu "Leopard" verkauft sich sehr gut - auch dank des niedrigen Preises von 29 Dollar. Apple schafft es, obwohl Windows auf 90 Prozent aller Rechner läuft, sich ein profitables Stück vom Kuchen zu sichern. Apple schaffte unglaubliche 91 Prozent Marktanteil im Premium-Bereich - also bei Rechnern jenseits der 1000 Euro. Die Windows-PC-Hersteller haben hingegen seit Jahren mit jährlich sinkenden Preisen zu kämpfen. Gerade auch die Netbooks haben hier eine Spirale nach unten ausgelöst. Diesen Trend wird auch Windows 7 nicht stoppen können. HP oder Toshiba haben bereits Windows 7-Notebooks um die 500 Dollar angekündigt, das billigste Apple MacBook fängt bei 999 Dollar an.(Reuters/red)
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